Mit vier Einrädern nach Togo

14.12.2024 | Lea Grünberger schreibt von ihrem Freiwilligendienst

Liebe Gemeinde,
mein Name ist Lea Grünberger und ich bin 18 Jahre alt. Ich habe dieses Jahr mein Abi bestanden und mich dazu entschieden, anschließend einen Freiwilligendienst zu machen. Nun bin ich seit Anfang September in Lomé, in der Hauptstadt von Togo, und fühle mich hier sehr wohl.

Togo ist ein kleines Land in Westafrika, das zwischen Ghana und Benin am Golf von Guinea liegt. Die Amtssprache ist Französisch, allerdings ist die Muttersprache vom größten Teil der ca. 9 Mio. Einwohner Éwé oder Kabyé.
 
Das Freiwilligenprogram
Da ich einen staatlich geförderten Freiwilligendienst mache - das Programm nennt sich „weltwärts“ - werden 75% der Kosten durch staatliche Fördermittel gedeckt. Die Finanzierung der restlichen Kosten liegt in der Verantwortung von uns Freiwilligen. Ich habe dafür einen sog. Unterstützerkreis aufgebaut und mit der Unterstützung vieler wundervoller Menschen Spenden in Höhe von 3.520€ gesammelt.
Herzlichen Dank für Eure Hilfe!
 
Mein Zuhause für ein dreiviertel Jahr
Zusammen mit einer weiteren Freiwilligen meiner deutschen Entsendeorganisation VIA e.V. wohne ich in einer WG. Ehrlich gesagt ist es eine ziemlich große Umstellung für mich, selbst für alles zuständig zu sein: sich um Strom, Wasser und Internet kümmern, auf dem Markt einkaufen gehen, kochen, putzen, (ab-)waschen – und zwar ohne Wasch- und Spülmaschine, usw. Das nimmt ganz schön viel Zeit in Anspruch und dadurch weiß ich nun die Arbeit meiner Eltern viel mehr wertzuschätzen. Ihr seid die Besten und ich möchte an dieser Stelle einfach mal DANKE sagen!
 
Meine Einsatzstelle
 
ist das Wohnheim „Foyer Antonio“, welches momentan 18 Mädchen im Alter von 7 bis 18 Jahren beherbergt. Ein Teil von ihnen ist schon einmal mit dem Gesetz in Konflikt gekommen (bspw. Diebstahl), während andere sich in einer Situation extremer Vulnerabilität befinden (z.B. können sich ihre Eltern nicht um sie kümmern, o.ä.). Es gibt 3 „Mamans“ (Erzieherinnen), die abwechselnd für je 2 Tage mit den Mädchen im Foyer wohnen. Ich fühle mich dort sehr gut aufgehoben und als Teil einer großen Familie.

Mein Aufgabenbereich
ist die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen: Ich helfe ihnen bei den Hausaufgaben, gebe Nachhilfe (v.a. Englisch und Deutsch) und übernehme die Freizeitgestaltung. Wir spielen bspw. Gruppenspiele, die ich aus der Jugendarbeit von zu Hause kenne, oder Kreis- und Klatschspiele, welche mir die Mädchen gezeigt haben.
 
Einräder im Gepäck
Zusätzlich habe ich auch ein eigenes Projekt mitgebracht: Ich bin mit 4 Einrädern im Gepäck nach Togo gekommen und nun wird jeden Samstag Nachmittag Einradfahren geübt!
Im Rahmen des Einrad-Projekts haben die Kinder und Jugendlichen die Möglichkeit, etwas Neues auszuprobieren und zu lernen. Im Vordergrund steht dabei das Einradfahren an sich. Darüber hinaus schult es aber auch Fähigkeiten wie Selbstvertrauen (> sich trauen, auf ein Einrad zu steigen) und das Vertrauen in andere (> denjenigen vertrauen, die einen halten). Zudem lernen die Mädchen Verantwortung füreinander zu übernehmen und sich selbstständig in 3er-Gruppen zusammenzutun (> eine Person fährt und wird von zwei Personen gestützt). Außerdem müssen sie untereinander ausmachen, wer zuerst fahren darf, und dann eigenständig durchwechseln.

Ich erinnere mich noch genau an den Moment, als ich die Einräder aus dem Auto ausgeladen habe und die Mädchen sie zum ersten Mal gesehen haben: Sie waren total aus dem Häuschen und nur mit Müh und Not habe ich sie davon überzeugen können, die Einräder bis Samstag (es war Mittwoch) noch mal aufzuräumen. Seitdem ist die Begeisterung kaum kleiner geworden. Jede Woche werde ich gefragt, ob ich denn am Samstag da sein werde und wir wieder Einrad fahren.
Ich freue mich riesig, dass es den Mädchen so viel Spaß macht! Außerdem bin ich sehr stolz auf sie, dass sie sich auf das wacklige Sportgerät wagen und so schnell Fortschritte machen!
 
Weihnachten in Togo
In knapp zwei Wochen ist Weihnachten und in meiner Arbeitsstelle haben nun die Vorbereitungen begonnen:
Die Mädchen z.B. üben verschiedene Tänze, die bei der Feier am 24. Dezember vorgeführt werden.
Die finanzielle Situation des Foyers ist aktuell leider nicht so gut. Dennoch soll jedes Mädchen ein kleines Geschenk (Kleinigkeiten des täglichen Bedarfs wie Deo, Ohrringe, etc.) erhalten. Ich möchte mich beim Kauf der Weihnachtsgeschenke beteiligen und würde mich sehr freuen, wenn Sie mich dabei mit Ihrer Spende unterstützen.
Darüber hinaus würde ich mit den Mädchen am Ende meines Aufenthalts gerne einen Ausflug an den Strand machen. Dafür muss bspw. ein Bus gemietet, Essen organisiert werden, und und und… Da das nicht ganz günstig ist, würde ich mich auch für dieses Projekt sehr über Ihre Unterstützung freuen!
 
Ihre Spende
könne Sie auf das folgende Konto überweisen:
AIE e. V. - Association for International and Intercultural Exchange
IBAN: DE05240501100065135220
BIC bzw. SWIFT-Code: NOLADE21LBG
Geldinstitut: Sparkasse Lüneburg
Bitte geben Sie für die Zuordnung folgenden Code im Überweisungskommentar an: 041224
Wenn gewünscht, kann AIE e.V. Ihnen eine Spendenbescheinigung ausstellen. Bitte fügen Sie in diesem Fall im Kommentar auch ihre Postanschrift hinzu.

Übrigens:
Wenn ich Ihr Interesse für meinen Freiwilligendienst und meine Zeit in Togo geweckt habe, dann schauen Sie doch mal auf meinem Blog vorbei… ☺ (https://leaintogo.wixsite.com/lea-in-togo)