
Ostern beginnt mit dem Staunen

Und sie sind damit nicht allein. So ging es auch Maria aus Magdala als sie zum Grab ging und es leer vorfand. Der Stein war weg und der Leichnam Jesu verschwunden. Das machte sie ratlos. Auch die Apostel hielten das für Geschwätz und glaubten nichts davon. Petrus ging es ähnlich und er musste sich selbst davon überzeugen, um
dann voll Verwunderung nach Hause zu gehen – alles nachzulesen in Lk 24. Also haben wir alles Recht dazu die Auferstehung anzuzweifeln?
Ganz so einfach ist es nicht. Die Evangelien berichten auch, dass viele Menschen glaubten und sich begeistert zuriefen: „Der Herr ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden!“.
Was Ostern passiert ist, lässt sich naturwissenschaftlich nicht erklären. Doch klar ist: Es geschah etwas Umwerfendes, Mitreißendes, etwas das die Menschen staunen ließ. Maria aus Magdala erschrak als die Männer ihr sagten: „Er ist nicht hier. Er ist auferstanden.“ Sie ging in das Dorf zurück und be- richtete, wunderte, staunte und fragte sich „Was soll das bedeuten?“ Ostern beginnt mit dem Staunen. Mit dem Staunen beginnt das Denken, meinten schon die Philosophen. Mit dem Staunen beginnt auch der Glaube, so die Bibel. Wer staunt, schaut über den eigenen Tellerrand hinaus, ins Offene, Weite und oft ins schwer Erklärliche. Wer staunt nimmt nichts für selbstverständlich, sondern wundert sich und beginnt Fragen zu stellen.
Und aus dem Staunen wächst die österliche Hoffnung, die für uns nicht ohne Folgen bleibt: Alles ist anders. Gott ist bei uns und seine Liebe reicht über den Tod hinaus.
Ich wünsche Ihnen allen gesegnete Ostertage!
Elisabeth Stöhr
Gemeindeassistentin
