Beinahe hätte er es geschafft

29.09.2018 | ...und wäre der neue Jahrundertsommer geworden.

 „Der diesjährige Sommer war laut dem Deutschen Wetterdienst der zweitheißeste in Deutschland seit Beginn regelmäßiger Messungen im Jahr 1881. 19,3 Grad Celsius ergab der bundesweite Temperaturdurchschnitt dieses Jahr. Einzig der Sommer 2003 war mit einem Durchschnittswert von 19,7 Grad heißer. Mit 130 Litern pro Quadratmeter Niederschlägen war der Sommer 2018 zudem der zweittrockenste in Deutschland, der je registriert wurde. Lediglich im Jahr 1911 fiel weniger Regen, damals waren es 124 Liter pro Quadratmeter. Das Regensoll in der Zeit von Juni bis August beträgt in Deutschland eigentlich 239 Liter pro Quadratmeter und ist damit fast doppelt so hoch wie die in diesem Sommer gemessenen Werte. Der Sommer gehört mit etwa 770 Sonnenstunden zudem zu den drei sonnenscheinreichsten seit Beginn der Messungen 1951.“

So ist es in der „Zeit“ vom 30. August zu lesen.

Ich gebe zu, ich mag die Wärme. Mir fehlte jedoch eine Siesta, die in den Mittagsstunden oft nötig gewesen wäre. Schwimmbäder, Eisdielen und Biergärten haben von diesem Sommer profitiert. Die Trauben werden 2018 früher gelesen, haben bis zu 96 Grad Öchsle und der Wein wird jetzt schon als Jahrhundertwein bezeichnet. Viele andere Gaben auf Feld, Wald und Garten benötigen die Zuwendung des Menschen, der sie mit Wasser versorgt hat. Ansonsten sind sie klein geraten oder vertrocknet.

Das ist die Kehrseite des beinahe Jahrhundertsommers. Die Sorge um die Klimaveränderung geht um. Sicher, solche Veränderungen hat es schon immer gegeben, nur war der Mensch noch nie so maßgeblich daran beteiligt. Und er spürt deutlich die Grenzen seiner Möglichkeiten: Er kann das Wetter voraussagen, aber nicht machen. Und er spürt hoffentlich auch seine Verantwortung für die Schöpfung. Sie ist ein Geschenk Gottes an uns Menschen, wir brauchen sie zum Leben, Lernen, Wachsen, Lieben, Sterben...

Gott hat Noah vor sehr langer Zeit ein Versprechen gegeben, nachdem eine Flut das Leben auf der Erde ausgelöscht

hatte: „So lange diese Erde besteht, sollen nicht aufhören Aussaat und Ernte, Kälte und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.“ (Gen 8.22) Gott hält sein Versprechen, da bin ich mir sicher. Aber er erwartet auch von mir, dass ich mit der Freiheit, mit der ich seine Schöpfung gestalten darf, verantwortlich umgehe.

Am ersten Oktoberwochenende feiern wir Erntedank. Das bedeutet für mich, Dank zu sagen für die Schöpfung und mein mir möglichstes zu tun, sie zu erhalten.

Heidi Kohl

Gemeindereferentin